Mobile Clinic und neue Bilder

Seit gerade eben ist die Bildergalerie für Ndolage weiter gewachsen. Unter anderem findet Ihr meinen (Stefans) neuen Haarschnitt, und Bilder von gestern.
Da sind wir mit einem Team von Freiwilligen in ein benachbartes Dorf gefahren, um die Kinder dort zu impfen und zu untersuchen. Als unser Landrover, beladen mit insgesamt 9 Leuten, ankam, wurden wir schon von vielen Müttern mit Ihren Kleinkindern erwartet. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, ging es auch schon los. Zunächst wurden alle Kinder unter 6 Jahren gewogen. Das aktuelle Gewicht wurde in einen Kinderpass eingetragen, in dem man den Verlauf des Gewichts gut kontrollieren konnte. Anhand einer vorgegebenen Kurve konnte man auch gleich erkennen, ob das Kind gewichtsmäßig im grünen Bereich, oder eher unterernährt ist. Zu unserer großen Erleichterung waren nur sehr wenige unterernährte Kinder dabei, die meisten waren recht proppere und muntere Kerlchen. Die Mütter mit den untergewichtigen Kindern bekamen noch wertvolle Tips über die richtige Ernährung der Kinder etc. Bei Kindern mit starkem und vor allem andauernden Gewichtsdefizit wird des Weiteren ein Screening hinsichtlich HIV gemacht. Das war gestern aber nicht der Fall.
Dann kamen die Impfungen an die Reihe. Julija hat fleißig mitgeholfen die kleinen Racker mit den wichtigen Impfstoffen zu versorgen. Ich habe mich aufs Spritzen auspacken beschränkt. So ein kleines Wesen mit einer soooo großen Nadel zu malträtieren würde ich niemals übers Herz bringen.
Nachdem die Kleinsten dann bestens versorgt waren, kamen die Schulkinder an die Reihe. Zunächst wurde eine kleine Belehrung in Sachen Impungen vorgenommen, damit die Kinder auch wissen, wann und warum sie eine Impfung bekommen. Anhand der Impfbücher wurden dann die Kandidaten bestimmt, die eine Spritze bekommen sollten. Hierbei habe ich dann auch selber mit Hand angelegt. Da ich vorher schonmal bei Julija geübt hatte, war das gar nicht mehr so schwer und keiner hat geweint.
Zum Schluss gab es noch ein leckeres Mittagessen bestehend aus Bananen mit Bohnen und Fisch. LECKER!!

Julija   Stefan

 

Bukoba Teil 3 - Der Massai Frisör

Jetzt folgt mein persönlicher Höhepunkt des Tages, ein Frisörbesuch in einem Salon namens "Nice and lovely". Er wird angeblich von einer Massai geführt und wurde mir wärmstens empfohlen. Ich möchte mir, wo ich schon mal hier bin und Zeit habe, eine typisch afrikanische Frisur verpassen lassen: eng am Kopf geflochtene Zöpfe, die dann in einem Pferdeschwanz, bestehend aus ganz vielen kleinen Zöpfchen enden. Die Prozedur dauert je nachdem 4-8 Stunden und soll nicht gerade wenig schmerzhaft sein. Wurscht! Geduld habe ich jetzt geübt, Zeit habe ich auch und Schmerzen kann ich ertragen. Als ich den Laden betrete, sind wieder alle Augen auf mich gerichtet. Als ich mein Anliegen vorbringe, werde ich gleich an eine bestimmte Frau verwiesen. Sie ist die einzige, die mit den seidigen "Mzungu-Haaren" umgehen kann, höre ich. Die Verständigung ist umständlich, aber zum Schluss denke ich, sie hat einigermaßen verstanden, wie ich später aussehen möchte. Wir suchen Kunsthaare aus, ohne die es angeblich nicht geht und Perlen, um die Zopfenden zu schmücken. Nicht ganz ohne mulmiges Gefühl setze ich mich schließlich in den Stuhl. Schnell stellt sich allerdings heraus, das der Stuhl für die Frisösin bestimmt ist und ich auf einem Sitzkissen aus Schaumgummi zu ihren Füßen sitze. Nach ausgiebier Begutachtung des Arbeitsmaterials (meiner Haare) und viel Palaver mit den Kolleginnen, geht es endlich los. Sie fängt rechts über dem Ohr an. Ein dünner, ein dickerer Zopf - immer abwechselnd. In die dickeren werden die Kunsthaare eingeflochten. Dass ich auf dem Boden sitze und nicht sehen kann, was sie da macht und wie es voran geht, macht mich ganz kribbelig. Plötzlich sagt sie, die Haare wären alle. Sie müsse los und Neue holen. Ich könnte mich ja so lange in den Stuhl setzen. Und weg ist sie. Ich denke noch, dass sich das kaum lohnen wird, weil sie ja wohl nur kurz mal eben ins Lager gehen wird. Denkste! Eine gute halbe Stunde vergeht, ohne dass sie wieder auftaucht. Ich bin froh, mein Buch dabei zu haben. Ich lese gerade "Die weiße Massai". Wie passend! :-) Endlich kommt sie wieder zur Tür rein - ohne Haare!? Ich befürchte schon, "Oweia, das war's jetzt mit der neuen Frisur." Aber sie läuft geradewegs an mir vorbei nach hinten, in den kleinen Raum, wo wir schon zu Beginn die Haare ausgesucht hatten und kommt mit einem neuen Paket zurück. Ich frage mich, was das jetzt sollte. Vermutlich war sie einfach kurz Mittagessen. Bei dem Gedanken, wie ein deutscher Durchschnittskunde zu Hause wohl auf so eine Aktion reagiert hätte, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Endlich geht es weiter und sie arbeitet sich Zopf um Zopf voran. Neben ihr sitzt eine weitere Frau und reicht ihr die Haare an. Um vier Uhr kommt die erste sms von Simone, wie lange ich denn wohl noch brauche. Die erste Prognose war 5 Uhr, aber aufgrund der Unterbrechung wird das wohl nichts. Wohl neugierig wollen sie aber trotzdem um die Zeit schon mal vorbeischauen. Als die Ersten schließlich auftauchen, fehlt noch der komplette Hinterkopf. Auf die Frage, wie lange es noch dauern wird, kommt die ernüchternde Antwort: 2 Stunden. Ich seufze innerlich. Der Schädel schmerzt von der ganzen Zieherei, der Hintern von der Sitzerei und außerdem muß ich mal. Da mir Simone aber versichert, dass es jetzt schon schön aussieht, bin ich beruhigt und motiviert, den Rest auch noch hinter mich zu bringen. Pünktlichst um sieben Uhr steckt dann die letzte Perle und ich darf mich endlich im Spiegel angucken. Ein zuerst ziemlich fremdes Gesicht guckt mich an, aber dann finde ich es toll. Zum Glück gefällt es Stefan auch. Ist ja ohnehin nur vorübergehend. In zwei bis längstens vier Wochen ist der Spuk vorbei. Dann darf ich mir bzw. er mir, das ganze Zeug wieder aus den Haaren puhlen und die Zöpfe aufribbeln. Das wird ein Spass! Zuletzt hat sie die Raster am Kopf sogar noch mit normaler Strickwolle untereinander festgenäht, damit sie sich nicht abheben und verrutschen. Nach insgesamt sechs Stunden verlasse ich den Salon. Gekostet hat mich das Ganze ganze 30.000 Schilling inklusive Material. Ich bin sprachlos. Für das Geld hätte ich in Deutschland nicht mal das Kunsthaar bekommen.
Nachdem unsere kleine "Reisegruppe" sich wieder vollständig am Landrover eingefunden hat, geht es bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück nach Ndolage, wo wir schließlich völlig erledigt in unsere Betten fallen.

JulijaJulija

 

Bukoba Teil 2 - Der Markt

Nachdem ein Parkplatz gefunden ist, löst sich unsere kleine "Reisegruppe" auf und jeder geht seines Weges. Simone möchte zuerst noch mit einer Krankenschwester auf die Schulabschlußfeier ihres Sohnes und so ziehen Anneth, Denice, Stefan und ich zunächst allein los Richtung Markt.
Nach 5 Minuten Fußmarsch taucht schließlich eine große Markthalle vor uns auf. Natürlich sind wieder alle Augen auf uns gerichtet. "Weiße" sind hier immernoch eine Attraktion und so werden wir mit "Karibu Mzungu!" - "Willkommen, weißer Mann/Frau!" begrüßt. Gewöhnen werden wir uns wohl nie daran, aber so ist es halt. Da wir wissen, das es freundlich gemeint ist, können wir zumindest damit umgehen. In der Markthalle selber werden nun vor allem Grundnahrungsmittel wie Reis, Kartoffeln, Mehl, Zucker und Bohnen angeboten. Stapelweise Säcke stehen neben großen Tischen mit gefüllten Körben. Gleich kommt jemand auf mich zu und will verkaufen. Hilfesuchend tippe ich Anneth auf die Schulter und bitte sie, die Einkäufe zu übernehmen. Sie sei schließlich der Chefkoch. Grinsend und anscheinend erfreut über diese Aufgabe macht sie sich gleich an die Verhandlungen. Kartoffeln, Reis und Zucker sind schnell gekauft. Auf die Frage nach Karotten, schüttelt der Händler den Kopf. Die habe er leider nicht. Lautstark fragt er in den Raum, wer Karotten hat und es dauert keine 30 Sekunden bis jemand mit einem schönen Bündel dicker Möhren um die Ecke kommt. Was ein Service! Ob das auch auf einem deutschen Markt klappt? Ich habe da so meine Zweifel. Weiter geht es Richtung Fleischabteilung. In kleinen, separaten Holzhüttchen hängen da Kuh- bzw. Ziegenhälften an Haken unter der Decke, natürlich ohne jegliche Kühlung. Obwohl es sehr warm ist, sehe ich, zumindest auf den ersten Blick, trotzdem keine Fliegenschwärme. Mit der eher rhetorischen Frage im Kopf, ob es hier wohl einen Veterinär gibt, der das Fleisch auf Trichinen untersucht, lehnen wir die zahlreichen Angebote der Händler dankend ab und gehen nach draußen. Offensichtlich in der Gemüseabteilung gelandet, fühlen wir uns gleich merklich wohler. Das Bild, was sich uns hier bietet, entspricht wohl der romantischen Vorstellung, die jeder hat, wenn er an einen afrikanischen oder auch orientalischen Markt denkt. Unzählige Holzbuden mit kleinen Verkaufstischen, an denen tonnenweise die saftigsten Früchte und knackigsten Gemüsesorten angeboten werden, die man sich nur vorstellen kann. Dazwischen türmen sich Bananenstauden und Säcke mit sonstigen Waren. Ein geschäftiges Treiben und teils lautes Geschnatter herrscht um uns herum. Ein Mann sitzt auf einem Sack, hat einen Korb auf seinem Schoß und puhlt Bohnen. Ein anderer überquert schnellen Schrittes den Platz und hat ein Huhn unter dem Arm. Gegenüber sitzt eine verschleierte Frau und näht vor ihrem Haus an einer alten Singer-Nähmaschine...
Anneth arbeitet Punkt für Punkt unseren Einkaufszettel ab. Wir laufen staunend hinterher und nehmen die Einkäufe entgegen. Nach etwa 1,5 Std. haben wir alles beisammen und verlassen schwer beladen den Markt. Für etwa 30.000 tansanische Schillinge, was umgerechnet etwa 15 Euro entspricht, haben wir 1 kg Kartoffeln, 1 kg Reis, 1 kg Zucker, 1 kg Margarine, 1 kg Tomaten, 1 kg Karotten, 0,5 kg Bohnen, 2 Ananas, 2 Avocado, 2 l Cola, 1 Toastbrot, Tea Masala für den traditionellen Chai und einige andere Gewürze erstanden. So läßt es sich leben!
Nachdem die Einkäufe im Auto verstaut sind, verläßt uns Anneth, da sie ihre Tante besuchen möchte. Stefan und ich ziehen mit Denice los Richtung Bank. Die Banken haben hier sogar am Samstag bis 12 Uhr geöffnet. Vor der Bank steht ein bewaffneter Wachmann in Uniform und läßt uns rein. Drinnen ist es schön kühl und die Menschen stehen in langen Schlangen vor den Schaltern. Wir gehen an ihnen vorbei nach hinten in den Servicebereich. Denice hat hier was zu erledigen und ich frage, warum man in ganz Bukoba mit einer Mastercard kein Geld am Automaten bekommt. Leider ist die Antwort, "Nur Visa!" Damit ist Stefan gekniffen. :-/ Zum Glück habe aber ich eine Visa-Karte und so sind wir weiter "flüssig". Draußen am Automaten steht wieder eine lange Schlange. Wir stellen uns an. Im Schneckentempo geht es voran, da heute nur ein Automat in Betrieb ist. Nur noch zwei Leute sind vor uns, da kommt der Letzte raus und sagt, das jetzt auch dieser Automat "empty" sei. Großartig! Eine halbe Stunde Warterei umsonst. Egal, dann vielleicht später oder woanders oder wenn gar nichts geht, dann eben Mittwoch, wenn ich wieder mit Jutta in der "Townclinic" bin. Hier lernt man geduldig zu sein. Es bleibt einem nichts anderes übrig.
Mittlerweile ist es Mittag vorbei und wir sind hungrig und durstig. Wir machen Pause in einem Strassenkaffee. Von dem Besitzer freundlich begrüßt setzen wir uns und stellen fest, dass wir nicht die einzigen Mzungus sind. Eine wohl dänische Familie mit drei Kindern sitzt am Nebentisch. Denice kennt sie, zwar nicht persönlich, wie es scheint, aber als "Weißer" bleibt man hier wohl grundsätzlich nicht unbekannt. Wir bestellen neben Softdrinks auch einige Kleinigkeiten zu Essen. Stefan ißt Sambusa (kleine, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen), ich bestelle Mandazi (süßliche, in Öl gebackene Küchlein, die traditionell typischerweise mit Chai - Tee gegessen werden). Es schmeckt großartig und wir beschließen, Anneth nach dem Rezept zu fragen. Gestärkt verlassen wir das Cafe.

 

Bukoba Teil 1 - Piki Piki, Dalla Dalla & Co.

Schon vor einer Woche hatten wir mit Simone die Idee uns am Samstag einen schönen Tag in Bukoba zu machen. Jetzt musste nur noch geklärt werden, "womit" wir denn am besten und vor allem am sichersten die etwa 50 km über teils sehr buckelige Pisten mit Schlaglöchern so groß wie Gartenteiche zurücklegen.
In Deuschland ist das im Allgemeinen ein schnell lösbares Problem, da so gut wie jeder ein Auto hat. Hier ist das ganz anders:
Wenn man auf dem Land lebt und z.B. in das nächste Dorf oder die nächste Stadt zum Einkaufen fahren möchte, dann nimmt man im Allgemeinen öffentliche Verkehrsmittel wie das Dalla Dalla (Minibus) oder das Piki Piki (Moped). Fahrpläne, Haltestellen oder Ähnliches gibt es nicht. Die Piki Piki's stehen häufig einfach am Straßenrand herum. Jeder, der ein Moped und sonst keinen Job hat, montiert sich eine Art Sitzkissen hinten auf seinen Hobel und los geht's. Für einen kleinen Betrag kann man sich so von A nach B chauffieren lassen. Personenbeförderungsschein, Helmpflicht etc. sind kein Thema hier. Schwere Unfälle, in die Piki Piki's verwickelt sind, gibt es leider viele. Nicht, weil die Fahrer ihr Gefährt nicht beherrschen, sondern vielmehr weil auf sie, als das schwächste Glied im Strassenverkehr, keiner, aber auch wirklich keiner Rücksicht nimmt. Aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse fließt der Verkehr nicht so ruhig wie bei uns, sondern es ist mehr ein ständiges Slalomfahren um die teils sehr tiefen "potholes". Da kann es schon mal sein, dass man um eine Kurve kommt und sich plötzlich mit Gegenverkehr auf der eigenen Fahrbahnseite konfrontiert sieht. In dem Moment möchte ich persönlich nicht auf einem Moped sitzen! Aus genau diesem Grund hupen die Piki Piki's mittlerweile vor jeder Kurve. :-)
Die Dalla Dalla's hingegen fahren ausgenommen an Wochenenden halbstündlich, meist von öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel einem Markt. Man zahlt vorne beim Fahrer. Der Betrag ist immer der Gleiche, auch wenn man nicht die ganze Strecke mitfahren will. Wenn man erst auf halber Strecke zusteigen möchte, stellt man sich einfach an die Straße und wartet. Kommt das passende Dalla Dalla vorbei (das Fahrtziel steht meistens oben in der Frontscheibe), winkt man und es hält an. Nur sehr selten kommt es vor, dass man nicht mitgenommen wird, weil das Fahrzeug voll besetzt ist. Der Begriff "voll" scheint hier generell nicht sehr geläufig zu sein. Grundsätzlich sind diese Minibusse für 9-12 Leute ausgelegt. Simone, die des öfteren auf diese Weise unterwegs ist, hat einmal bei 30 Personen inkl. Kinder aufgehört zu zählen. Sehr kuschelig!
Wenn man also 1. groß ist, so wie wir, 2. vor hat, einen Großeinkauf zu transportieren und 3. heile und sicher ankommen möchte, dann sind diese Transportmittel vielleicht nicht die besten Alternativen, insofern man denn die Wahl hat.
Wir haben Glück! Über einige Umwege erfahre ich, dass das Krankenhaus drei Landrover besitzt und so frage ich Dr. Onesmo, ob wir uns einen davon am Samstag vielleicht mal ausborgen können. "No problem!", ist die Antwort. Nur für den Sprit müßten wir selber sorgen. Unser Wochenendausflug ist damit gesichtert. Am Samstag um 9 Uhr morgens soll es losgehen. Schnell hat sich die Nachricht über unseren Trip in die Stadt herumgesprochen und so dauert es nicht lange, bis die anfängliche Anzahl von drei Passagieren auf insgesamt acht angewachsen ist. Neben Simone, Stefan und mir sind Anneth (unsere Hausfee), ihr Bruder Denice und 3 Krankenschwestern mit von der Partie. Bei den raren Transportmöglichkeiten ist es hier ganz selbverständlich, dass man Leuten, die in die Stadt wollen einen "lift" gibt. Außerdem ist es so auch viel lustiger!
Nach Überprüfung des Ersatzrades, Wagenhebers und des Werkzeuges (bei den Straßen weiß man ja nie), geht es um halb zehn schließlich los. Ich hoffe, ich gewöhne mir die "afrikanische Pünktlichkeit" zu Hause schnell wieder ab! ;-)
Wir rumpeln los und nach anfänglicher Gewöhnungsphase an den Jeep (verdammt viel Spiel in der Lenkung) geht es gut voran und wir haben viel zu lachen. Im nächsten Dorf (Kamachumu) wird dann gleich ein Tankstop eingelegt. Es gibt zwar eine Zapfsäule, befüllt wird der Tank aber mittels Karaffen. Volltanken geht hier auch nicht. Dafür ist der Sprit, zumindest auf dem Land, zu knapp. Wir müssen uns mit 10l Diesel begnügen. Mit der Tankanzeige knapp aus dem Reservebereich heraus, geht es mit 40-80 km/h weiter. Nach 1,25 Std. erreichen wir sicher und gut gelaunt Bukoba.

 

Eingelebt

Mittlerweile haben wir uns hier richtig gut eingelebt. Vorgestern waren wir zum ersten Mal laufen. Jutta und Henrik, die beiden dänischen Ärzte, haben uns auf eine kleine Runde mitgenommen. Da es hier natürlich nichts geteertes gibt, sind wir munter querfeldein gelaufen. Was man zum laufen hier vor guter Kondition benötigt, ist gute Orientierung und gute Bänder in den Fußgelenken. Die Orientierung haben wir Jutta überlassen (ich würde den Weg nie wiederfinden) und das mit den Bändern hat auch ganz gut geklappt. Auf jeden Fall war es eine äußerst willkommene Abwechslung! Nur die kalte Dusche im Nachgang war wieder ernüchternd.
Gestern war Julija in Bukoba in der Townklinik. Das ist der Ableger des hiesigen Krankenhaus in der Stadt. Auf dem Rückweg hat sie gleich noch eingekauft und so superleckere Sachen wie Joghurt, Corn Flakes, Chips und zu meiner großen Freude zwei Bounties mitgebracht. Eins davon habe ich mir gleich gestern Abend schmecken lassen.

Hier noch eine Nachricht an die Kollegen aus dem Johannisstift:
Schöne Grüße von Regina und Witness! Die beiden waren vor einiger Zeit mal in PB. Regina nur für ein paar Tage, Witness war für ein Jahr in PB und kann sich noch gut an Elke Münzing erinnern. Sie hat übrigens nach Elke's E-Mail-Adresse gefragt. Bitte lasst sie uns mal zukommen, dann können wir sie weiterleiten.