Kwaheri Pemba

Unsere Zeit an den Stränden des indischen Ozeans auf Zanzibar und Pemba geht nun zu Ende. Leider damit auch die Taucherei in 30 Grad warmem Wasser bei Sichtverrhältnissen zwischen 15-20 Metern. Paradiesisch!
Zwölf Tauchgänge haben wir insgesamt gemacht und damit die bisherige Anzahl auf unserem Konto nahezu verdoppelt. Bei dem Gedanken nun in kalte, deutsche Gewässer mit Sichtweiten nicht selten unter 2m zurückkehren zu müssen, ist wenig verlockend. Hier gibt es noch so viel zu sehen und wir werden wahrscheinlich nicht das letzte Mal in dieser Region getaucht sein. Neben allen tropischen Rifffischarten, die man sich vorstellen kann, darunter natürlich auch der Clownfisch oder besser bekannt als "Nemo", finden sich hier auch größere Vertreter wie Baracuda, Giant Grouper, Thunfisch, Napoleonfisch, Dorade usw. Während eines Nachttauchganges haben wir sogar eine ca. 80cm große Schildkröte gesehen und konnten eine Weile mit ihr schwimmen. Auch springende Delfine konnten wir vom Boot aus beobachten, wenn auch aus großer Ferne.
Ansonsten war unser Aufenthalt auf den Inseln insgesamt natürlich weniger "abenteuerlich" im Vergleich zum Rest der Reise. Aber so war es schließlich auch gedacht. Drei Wochen in der Sonne faulenzen und zwischendurch mal tauchen gehen. Der Plan ist voll aufgegangen!
Auch hier hatten wir wieder mal unser eigenes Häuschen, keine 50m vom Strand entfernt. Es beinhaltete neben einem großen Bett mit Moskitonetz nur ein Waschbecken, eine Toilette, eine Dusche und einen Ventilator. Mehr braucht der Mensch hier nicht. Hätte man den Ventilator nicht die ganze Zeit laufen lassen müssen, um nicht weg zu schmelzen, hätte man sich von der Brandung in den Schlaf schaukeln lassen können.
Nach dem Frühstück ging es an "Nicht-Tauch-Tagen" direkt an den Strand und bei Flut meistens auch direkt ins Meer. Bei dreißig, im flachen Uferbereich vielleicht manchmal auch noch mehr, Grad Wassertemperatur, fällt das auch gar nicht schwer. Ausgestattet mit Flossen und Taucherbrille, liegt nur etwa 20 Meter vom Strand entfernt (immer noch keine 5 Meter tief) ein prima Spot zum Schnorcheln. Selbst so nahe am Ufer trifft man hier auf Korallen und ihre Bewohner. Einige der Clownfische legen ein ausgeprägtes Territorialverhalten an den Tag. So waren wir immer wieder "Clownfischattacken" ausgesetzt. Süß! Die kleinen Dinger kommen dann mit scheinbar grimmigem Gesicht aus ihren Anemonen geschossen um kurz vor dem "Angreifer" wieder abzudrehen. Man kann sich zum Schein richtige Boxkämpfchen mit ihnen liefern. Sehr lustig! Den restlichen lieben langen Tag haben wir dann meistens mit faul in der Sonne herumliegen und lesen verbracht. Ab und zu wurde dieses anstrengende Tagesprogramm mal durch eine Massage im Spa des Resorts unterbrochen. Jaja, "It's hard at the top, but someone's gotta do the job!" ;-)
Die Tage wurden dann mit einem Sundowner und einem Dinner, nicht selten allein am Strand, abgerundet. Da bald die große Regenzeit beginnt, also die Saison zu Ende geht, waren wir am Ende des Aufenthaltes mit zwei weiteren Paaren die einzigen Gäste im ganzen Resort. Mehr Privatsphäre geht nun wirklich nicht mehr!
Bei all der Begeisterung für das Land und die Leute freuen wir uns jetzt aber allmählich doch auf zu Hause, selbst wenn uns da die bittere Kälte und mit hoher Wahrschenlichkeit eine saftgie Erkältung erwartet. Aufgrund der Nachrichten von den anhaltenden, frostigen Temperaturen, die uns jetzt schon erzittern lassen, haben wir uns sicherheitshalber ein wenig vorbereitet. Der Sand hier ist so feinkörnig und so weiß, dass er nicht nur aussieht wie Schnee, sondern sich, bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit, auch so anhört. Wenn man darüber geht, knirscht es, als würde man durch frisch gefallenen Puderschnee stapfen. :-)
Heute Nachmittag fliegen wir nun wieder zurück nach Zanzibar. Dort werden wir noch 5 Tage in der Hauptstadt Stown Town verbringen. Vermutlich erwartet uns da eine riesen Party, da die Insel seit vorgestern, nach insgesamt ca. 3 Monaten ohne Strom, wieder am Netz ist. Anfang Dezember war dort ein Unterwasserkabel am Übergang zur Umspannstation in die Luft geflogen. Kein Wunder! Seit es 1950 verlegt wurde, hat es keine adäquate Wartung mehr erfahren. Typisch Afrika! Auch typisch Afrika ist, dass es über einen Monat gedauert hat, bis mit den Reperaturarbeiten begonnen wurde. "Pole, pole!" Seither saß nun die arme Bevölkerung im Dunkeln. Aber auch der Tourismus mußte herbe Einbußen hinnehmen. Viele Hotels hatten keine andere Wahl als zu schließen. Zuerst waren keine Generatoren mehr zu haben und später wurde dann der Diesel knapp, um sie zu betreiben. Alles in allem zwang das vor allem die großen Hotels und Resorts wie das Kempinski in die Knie.
Wir hatten mal wieder Glück, dass wir uns eine schnuggelige, kleine Anlage ausgesucht hatten.
Mal sehen, was uns also heute und die nächsten Tage in Stown Town erwartet. Wir hoffen, uns von dort aus noch mal melden zu können. Bis dahin, viele Grüße von der Sonneninsel Pemba!

 
Kommentare (1)
Tiefster Winter in NRW
1 Wednesday, 10 March 2010 12:59
Almira
Keine Sorge Ihr Beiden! Alles eine Frage der Kleidung!
Bringe zum Flughafen jedem ein Kaschmirpullöverli und ein Congäcli mit.
Es wird keinen Schnupfen geben.