Petra - auf den Spuren der Nabatäer

Wir waren noch nicht ganz von unseren Kamelen heruntergestiegen, da saßen wir auch schon im Taxi nach Petra. Khaled, unser Guide, war so freundlich, eines für uns aus Aqaba zu rufen. Total verschwitzt, verstaubt und vermutlich übel riechend (kein Wunder nach drei Tagen ohne Dusche), kamen wir zwei Stunden später in unserem wohlverdienten “After-Desert-Wohlfühltempel”, dem 5 Sterne Mövenpick Resort in Petra, an.

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Obwohl Jordanien an der Nahost-Krise nicht direkt beteiligt ist, sind die Touristenzahlen seit März dramatisch zurück gegangen, was zu Dumpingpreisen im Hotelgewerbe führt. Schlecht für das Land, gut für uns, denn so wird solch ein Luxus für Jedermann erschwinglich Smiley mit geöffnetem Mund .

Im Vergleich zu unserem Beduinencamp der letzten Tage, erschien uns nun das Zimmer noch viel luxuriöser. Kaum hatten wir es betreten, standen wir auch schon unter der Dusche! Den Abend verbrachten wir dann gut riechend und schick angezogen auf der wunderschönen Dachterrasse bei arabischem Barbecue, Argila (Wasserpfeife) und gut gekühlten Getränken. Was für ein Kontrastprogramm!!! Auf die Weise weiß man erst zu schätzen, wie gut es einem geht!

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Am nächsten Morgen ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück per pedes zu den Ausgrabungsstätten von Petra. Die verlassene Felsenstadt war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Wegen ihrer Grabtempel, deren Monumentalfassaden direkt aus dem Fels gemeißelt wurden, gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal. 1985 wurde Petra in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Vom Visitors Center aus schlängelt sich eine Schotterstrasse ca. 1,5 km ins Wadi Musa, gefolgt von dem etwa noch einmal genauso langen Siq (eine enge Felsschlucht), der sich schließlich zum Khazne al-Firaun (dem Schatzhaus) hin öffnet. Für die Cineasten unter den Lesern sei an dieser Stelle auf den Film von Steven Spielberg “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” verwiesen, dessen letzte Szenen im Siq und vor dem Khazneh al-Firaun gedreht wurden.

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Ein sehr beeindruckender Anblick! Das 40 m hohe und 25 m breite Khazne al-Firaun ist im hellenistischen Stil erbaut. Angeblich soll der Bau 60 Jahre gedauert haben. Das „Schatzhaus des Pharao“, wie es von den Beduinen genannt wurde, war in Wirklichkeit eines von zahlreichen Felsgräbern. Es wurde möglicherweise für den Nabatäerkönig Aretas IV. angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte. Dank der strategisch günstigen Lage Petras am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege, die Ägypten mit Syrien und Südarabien mit dem Mittelmeer verbanden, war die Stadt vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert nach Christus ein bedeutender Handelsplatz. Insbesondere kontrollierte Petra einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Diese uralte Handelsroute führte vom Jemen aus an der Westküste Arabiens entlang und teilte sich bei Petra in einen nordwestlichen Zweig, der nach Gaza führte, und in einen nordöstlichen in Richtung Damaskus.

Zur günstigen Geographie kam die versteckte Lage Petras zwischen schroffen Felswänden sowie eine sichere Wasserversorgung. Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten zugänglich oder von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Felsschlucht, den Siq (dt.: „Schacht“), der an seiner engsten Stelle nur 2 Meter breit ist. Brauch- und Trinkwasser wurde über in den Fels gemeißelte Aquädukte in die Stadt geleitet sowie durch Terrakottaröhren, die ebenfalls in die Felswände eingelassen und mit Gips abgedichtet waren. Das höchst komplexe Wasserversorgungssystem, das zudem mehr als 200 Zisternen umfasste, speiste sich aus allen bekannten Wasserquellen im Umkreis von mehr als 25 Kilometern um die Stadt. Die Reste der Aquaedukte könnt ihr auf den Fotos noch erahnen.

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Schätzungen gehen davon aus, dass Petra während seiner Blütezeit etwa 30.000 bis 40.000 Einwohner zählte. Auf einer Fläche von ungefähr 20 Quadratkilometern ließen sich bis heute etwa 1000 Gebäude und Gebäudereste feststellen. Schätzungsweise wurden bisher aber erst 20 Prozent der antiken Stadt ausgegraben. Die Herren Nabatäer wussten schon zu leben. Wir werden diese Bilder mal der Redaktion von “Schöner Wohnen” vorschlagen oder sie bei “Immobilienscout24” einstellen:

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Geräumige Maisonettewohnung in Hanglage, leicht renovierungsbedürftig, mit wunderbarem Panoramablick Zwinkerndes Smiley

 

Gegen 12 Uhr mittags heizte die Sonne dann wieder so unbarmherzig auf uns herunter, dass wir den Hotelpool der Hitze vorzogen, um nach einer ausgiebigen Siesta am Abend “Petra by Night” zu genießen. Der Siq sowie der Platz vor dem Khazne al-Firaun wird dabei zwei Mal die Woche mit hunderten von Kerzen ausgeleuchtet. Absoluter Wahnsinn!" Einerseits wegen des fantastischen Anblicks und der Stimmung, andererseits wegen der mühseligen Arbeit all diese Kerzen (und es waren wirklich echte Kerzen) anzuzünden. Neben der “Lightshow” wurde vor dem Schatzhaus auch noch traditionelle Musik gespielt und Tee gereicht.

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So gingen zwei sehr schöne Tage in Petra zu Ende. Am nächsten Morgen machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg nach Aqaba und über die Grenze zurück nach Israel.